Der aus Basel stammende Heinz Spoerli gehört zu den wichtigsten Tanzschaffenden unserer Zeit und hat weit über seine Schweizer Heimat hinaus die Welt des Tanzes zutiefst beeinflusst. Seit 1996 ist er Direktor und Chefchoreograph des Zürcher Balletts, welches unter seiner Leitung zu einer der bewundertsten Truppen Europas geworden ist.
Tanzmacher Heinz Spoerli - In seinen Ausweispapieren und auf seiner Visitenkarte steht natürlich etwas anderes. Doch als Berufsbezeichnung zieht Heinz Spoerli den Begriff „Tanzmacher“ allem anderem vor. Weil, so sagt er selbst, „diese Bezeichnung meine Leidenschaft, meine Motivation und mein Schaffen schnörkellos beschreibt“.
Spoerli ist 1940 in Basel geboren; das Machen von Tänzen betreibt er seit 1967. Damals tanzte er beim Royal Winnipeg Ballet in Kanada: eine von einem halben Dutzend Stationen einer erfolgreichen, aber nicht wirklich brillanten Tänzerkarriere, die 1960 in seiner Heimatstadt begonnen hatte. In Köln, wohin er 1963 übersiedelte, traf er den amerikanischen Choreographen Tod Bolender, der ihn nach Winnipeg in die Ödnis des kanadischen Westens holte. Drei Jahre tanzte er in Montreal bei den Grands Ballets Canadiens, zu denen er nach einem kurzen Zwischenspiel in Basel, 1969/70, noch einmal zurückkehrte, ehe er sich, im Herbst 1971, endgültig in der Schweiz niederließ. Am Genfer Theater, das ihn nicht nur als Tänzer, sondern auch als Choreographen haben wollte, brachte er im folgenden Frühjahr sein erstes wirklich professionelles Ballett heraus. „Le Chemin“ erwies sich als doppelter Glücksfall. Werner Düggelin, damals Intendant am Basler Theater, sah die Fernseh-Aufzeichnung und bot dem 30jährigen auf der Stelle einen Vertrag als Ballettdirektor an.
Spoerli blieb 17 Jahre lang in Basel, führte sein Ensemble zielstrebig unter die führenden klassischen Kompanien des Kontinents und entwickelte einen Bienenfleiß als Choreograph. Bis zu sechs oder acht einaktige Stücke pro Spielzeit waren eher die Regel als die Ausnahme; von 1976 an kamen auch abendfüllende Werke dazu. Die maßvolle, hochintelligente Revision der Klassiker wird das Gebiet, das Spoerli über die Jahre hin die meiste Reputation verschafft.
Zu Beginn der neunziger Jahre wird Spoerli seine Heimatstadt Basel zu eng. In fünf Jahren bringt er das abgewirtschaftete Ballett der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf wieder unter die führenden klassischen Ensembles in Deutschland; zu seinen wichtigsten choreographischen Arbeiten in dieser Zeit zählt eine hinreißend luzide Tanzversion von Johann Sebastian Bachs Klavierzyklus „Goldberg Variationen“. Aber als ihm, 1996, Zürich die Möglichkeit bietet, das wichtigste Schweizer Ballett zu übernehmen, hält ihn nichts in Düsseldorf. Seitdem mehrt Spoerli als Direktor des Zürcher Balletts seinen Ruf als einer der führenden Choreographen des Kontinents. Anlässlich seines 60. Geburtstags im Herbst 2000 gründet er eine Stiftung, die „allgemein einen Beitrag zur Erhaltung der Kunstform des Tanzes und zur Förderung des öffentlichen Interesses hieran“ leisten soll.
www.spoerli.ch
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