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Otto SANDER
Lesung
 
Otto Sander wuchs in Hannover und Kassel auf. Nach seinem Abitur 1961 am Kasseler Friedrichsgymnasium studierte er von 1962 bis 1967 Theaterwissenschaft, Germanistik, Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie in München – mit dem ursprünglichen Ziel, Regisseur zu werden. 1964 wechselte er an die Münchner Otto Falckenberg Schule, um Schauspielunterricht zu nehmen, welcher er jedoch 1965 verwiesen wurde und seine dortige Ausbildung mit einer externen Abschlussprüfung vollendete.

Sein erstes Engagement erhielt Sander an den Kammerspielen in Düsseldorf, wo er 1965 debütierte. In den Jahren 1967/68 folgte ein Engagement am Theater der Stadt Heidelberg, ehe er 1968 von Claus Peymann an die Freie Volksbühne Berlin berufen wurde. Danach wurde er von Peter Stein an die 1970 gegründete Schaubühne am Halleschen Ufer geholt, wo Sander unter anderem mit Klaus Michael Grüber, Wilfried Minks und Luc Bondy zusammenarbeitete.

Ab 1980 gastierte Sander an unterschiedlichen Bühnen, so unter anderem 1981 am Schillertheater Berlin, 1985 an der Freien Volksbühne und 1989 an der Komödie am Kurfürstendamm. In jüngerer Zeit war Sander zum Beispiel als Hauptmann von Köpenick am Schauspielhaus Bochum zu sehen (2004).

Neben seiner Arbeit als Schauspieler betätigte Sander sich zudem als Regisseur und stellte seine Inszenierungen, die teilweise in Zusammenarbeit mit anderen Regisseuren wie Wolf Redl und Peter Fitz entstanden, unter anderem an der Schaubühne am Halleschen Ufer (1975, 1977 1982 und 1983) und am Schauspielhaus Zürich (1984/85) vor.
Nach längerer Krankheit kehrt Otto Sander im Oktober 2007 auf die Theaterbühne zurück und spielt im Renaissance-Theater in Berlin Das letzte Band von Samuel Beckett.

Otto Sander feierte 1964 in der Rolle eines Bauernsohns in Roland Klicks Kurzfilm „Ludwig“ sein Filmdebut. Danach folgten weitere Produktionen für Film und Fernsehen, so ist Sander unter anderem 1976 in Éric Rohmers Die Marquise von O. und 1979 in Die Blechtrommel von Volker Schlöndorff zu sehen. Zu seinen wohl bekanntesten Filmrollen gehören die des Engels Cassiel in „Der Himmel über Berlin“ von Wim Wenders sowie die des U-Boot-Kommandanten Kapitänleutnant Philipp Thomsen in „Das Boot“ von Wolfgang Petersen.

Dank seiner warmen, kräftigen Stimme, die ihm den Beinamen „The Voice“ einbrachte, wird Sander sehr häufig als Sprecher für Fernsehdokumentationen, Hörbucher und Hörspiele sowie als Synchronsprecher eingesetzt. So lieh er unter anderem Dustin Hoffman (Tod eines Handlungsreisenden) und Ian McKellen (Richard III.) seine Stimme, sprach den Kommentar in der Oscar-gekrönten Arthur-Cohn-Produktion „Ein Tag im September“ und war der Erzähler in dem Film „Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders“ wie auch in diversen Werner-Filmen.
 

Konzerte 2008:
Die lange Nacht des Meeres 1
05.07.2008 18:00


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