Florian Boesch erhielt seinen ersten Gesangsunterricht bei Kammersängerin Ruthilde Boesch. Ab 1997 studierte er an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien, in den letzten Jahren vor allem Lied und Oratorium bei Robert Holl. Seit 2002 wird er stimmtechnisch von Antonio Carangelo betreut.
Ende 2003 debütierte der junge Bariton am Opernhaus Zürich als Papageno, kurz darauf als Figaro und Leporello an der Volksoper Wien. Sein Debüt bei den Salzburger Festspielen folgte im Sommer 2004, wo er unter Semyon Bychkov als Polizeikommissar in Strauss’ Rosenkavalier zu sehen war. Danach folgten Auftritte als Papageno, Figaro und Guglielmo am Staatstheater Stuttgart.
Neben zahlreichen Opernengagements konnte sich Florian Boesch auch auf dem Konzertpodium einen Namen machen. 2002 gab er mit einem Ensemble- und einem Duo-Liederabend mit Genia Kühmeier sein viel beachtetes Debüt bei der Schubertiade in Schwarzenberg. Weitere Höhepunkte waren ein konzertanter Maskenball (Silvano) mit dem Münchner Rundfunkorchester unter Marcello Viotti, Tiridate in Händels Radamisto bei den Salzburger Pfingstfestspielen, im Wiener Musikverein und im Amsterdamer Concertgebouw, Mozarts c-moll-Messe und Bachs Matthäuspassion unter Helmuth Rilling, sowie Händels Alexanderfest unter Nikolaus Harnoncourt bei der styriarte in Graz. Unter Nikolaus Harnoncourt war er mit Schuberts Lazarus
zu Gast im Wiener Musikverein, unter Martin Haselböck mit Händels Messias. Ebenfalls im Musikverein sang er Mahlers Lieder aus Des Knaben Wunderhorn und Schuberts Messe in Es-Dur. Mit dem Combattimento Consort Amsterdam interpretierte er Händels La resurrezione.
Highlights der Spielzeit 2004/2005 waren Konzerte mit Bach-Kantaten beim Haydn-Festival in Eisenstadt unter Adam Fischer, Wolfs Michelangelo-Lieder mit dem Berliner Sinfonie-Orchester, Vivaldis Farnace (Aquilio) unter Jordi Savall im Wiener Konzerthaus, die Matthäuspassion in Mailand unter Riccardo Chailly, Liszt-Lieder beim OsterKlang Wien und Orlando Paladino unter Nikolaus Harnoncourt bei der styriarte. Außerdem war der Künstler mit Liederabenden in New York (Schuberts Winterreise), Tokyo (Schuberts Die schöne Müllerin) und Graz, sowie im Rahmen des Rising-Star-Zyklus in Wien, Amsterdam, Köln, Brüssel und Birmingham zu erleben.
Zu den Höhepunkten der Saison 2005/2006 zählen ein von Publikum und Kritik gefeierter Liederabend beim Edinburgh Festival, die Zauberflöte (Papageno) am Moskauer Bolshoi Theater in einer Neuinszenierung von Graham Vick, mit Steuart Bedford am Pult, Mozarts c-moll-Messe sowie eine konzertante Aufführung von Mozarts Zaide (Allazim) unter Nikolaus Harnoncourt im Wiener Musikverein, ein Tokyo-Gastpiel des Staatstheaters Stuttgart (Zauberflöte), Auftritte als Figaro, Guglielmo und Papageno am Württembergischen Staatstheater sowie ein Liederabend im Rahmen der Schubertiade Schwarzenberg. Im Rahmen der Salzburger Festspiele 2006 war Florian Boesch unter Nikolaus Harnoncourt in der Neuproduktion von Mozarts Le nozze di Figaro (Regie: Claus Guth) als Antonio zu erleben.
Die Saison 2006/2007 brachte für Florian Boesch eine Einladung zum Lucerne Festival, wo er unter David Stern in Salieris Prima la musica interpretierte; im Theater an der Wien sang Boesch Mozarts Requiem mit dem Hamburg-Ballett und John Neumeier sowie die Uraufführung der Bernhard Lang Oper I hate Mozart (Inszenierung: Michael Sturminger). Abermals zu Gast im Wiener Musikverein, sang der Bariton Händels Apollo e Dafne und Mozart unter Nikolaus Harnoncourt.
Weitere Engagements führten Florian Boesch mit Händels Radamisto nach Spanien, mit Acis and Galatea nach Los Angeles, mit Papageno ans Bolshoi Theater Moskau, ans Staatstheater Stuttgart sowie an die Wiener Volksoper. Auftritte in der Wigmore Hall, im Concertgebouw Amsterdam und im Auditorio Milano di Giuseppe Verdi standen ebenfalls im Kalender des Künstlers.
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